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Historisches

Marc Norman & Tom Stoppard "Shakespeare in Love"



Handelt sich hierbei um das Drehbuch zum gleichnamigen Film mit Joseph Fiennes und Gwyneth Paltrow. Ersterer spielt darin den jungen William Shakespeare, der eine kleine Schreibblockade hat. Erst die bezaubernde Viola kann ihn wieder inspirieren. Viola andererseits liebt das Theater über alles - vor allem mehr als den Typen den sie bald heiraten soll - und würde gerne Schauspielerin werden. Allerdings dürfen das in der damaligen Zeit nur Männer, also verkleidet sie sich als junger Mann und spricht für die Rolle als Romeo in Shakespeare's neuem Stück vor, die sie auch prompt bekommt.
Klarer Fall: der Dichter und seine Muse verlieben sich heftig ineinander, sagen sich gegenseitig ein paar schöne Verse und müssen sich am Ende dann doch wieder trennen.

Solche Drehbücher lesen sich ja immer sehr schnell. Zwar auch etwas mühsam, wegen den ganzen Regieanweisungen und den Ortsangaben dazwischen (die sich oftmals kaum ändern, außer dass es dann "außen", "innen", "Tag" oder "Nacht" heißt) aber machbar.

Da ich auch den Film gesehen habe, konnte ich mir die einzelnen Szenen gut vorstellen. Kopfkino quasi.
Daher empfehle ich das Buch nur als Begleitlektüre, wenn man den Film schon kennt oder vorhat ihn zu sehen. Als alleiniges Buch ist es meiner Ansicht nach nicht wirklich ausreichend, da fehlt irgendwie was. Das prosaische Element.

Eine schöne Liebesgeschichte ist es aber allemal, die an den richtigen Stellen auch teilweise humorvoll ist. Das Ende dann aber eher weniger happy...

Gelesen: September 2004
2.6.05 17:56


Peter Berling "Die Kinder des Gral"



Dieses Buch lag in meinem Urlaubshotel unten nebem dem Telefon, nebst vielen bunten Zeitschriften. Quasi Bookcrossing ohne BC-Label, was ich nun ändern werde.

Das ganze spielt 1244, und es gibt ihm Grunde zwei große Lager: die Hüter des Grals, gleichzeitig Anhänger des Kaisers Friedrich II., die zwei Kinder zu den zukünftigen Herrschern der Welt machen wollen. Auf der anderen Seite stehen die Anhänger der Kirche und des Papstes Innozenz IV., die diese Kinder über die ganze (damals bekannte) Welt jagen, um ihre Regentschaft zu verhindern.

Der Autor hat hier die authentische (?) Chronik des Franziskanermönches William von Roebruk verwebt mit den historischen Ereignissen der damaligen Zeit. Heraus kam ein über 700-Seiten dicker Historienschinken, plus Anhang, wo Begriffe, Personen und Ereignisse erklärt werden. Dies erleichtert das Lesen und Verstehen auch, doch sollte man gar nicht erst versuchen die jeweiligen Verwandschaftsverhältnisse der einzelnen Personen im Kopf zu behalten sondern sich auf die wesentlich Figuren beschränken. Ich hab einfach nur versucht mir zu merken, wer auf welcher Seite steht, das genügt.

Die Geschichte ist gut recherchiert, das Bild des Mittelalters kommt dank der oft detaillierten Beschreibung von Mahlzeiten, Behausungen und zwischenmenschlichen Beziehungen gut rüber. Aber von letzterem gab es meiner Ansicht ein bißchen zu viel. Teilweise ließt sich das Buch nämlich wie ein Softporno und man muss annehmen, dass die Leute damals alle spitz wie Nachbars Lumpi waren. Aber was weiß man, vielleicht war es ja auch so.
Das Ende hat mich auch irgendwie überrascht, weil es irgendwie zu "offen" war, und auch nicht so recht mit dem Anfang übereinstimmte bzw mit dem was William 1253 rückblickend auf die Ereignisse der letzten 10 Jahre geschrieben hat. Im nachhinein hab ich aber auch erfahren, dass dies erst der Auftakt zu einer Tetralogie ist, in weiteren 3 Büchern wird also der weitere Weg der Kinder beschrieben.
Interessant war es aber allemal und für Fans von historischen Romanen bestimmt ein Leckerbissen.

Wer sich beim Lesen des Buches manchmal an "Die Name der Rose" erinnert fühlt, liegt gar nicht so falsch. Der Autor des Buches spielte in der Verfilmung von 1986 den Jean D'Anneaux (wer auch immer das war, irgendein frz. Geistlicher nehm ich mal an) und hat daher vielleicht einige Ideen genommen.

Gelesen: Juli 2004
2.6.05 17:41





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