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Klassiker
H.G. Wells "The Time Machine"
H.G. Wells ist der Erfinder von Science-Fiction-Romanen. Für eine Literaturvorlesung habe ich einiges von ihm gelesen, u.a. eben auch dieses Buch hier.
Ein Erfinder, der Time Traveller, baut eine Art Fahrrad, mit dem er durch die Zeit reisen kann. Bei einer seiner Reisen landet er fast 1 Mio Jahre in der Zukunft, und findet eine vollkommen andere Zivilisation vor. Die Lebewesen sind in 2 Rassen gespaltet: die Eloi (liebenswert, naturverbunden, aber auch schwach) und die Morlocks (bösartig, leben in Höhlen unter der Erde und ernähren sich von Elois). Als die Morlocks die schöne Eloi Weena verschleppen - die einzige, die noch die alte Sprache des Time Travellers spricht und ihm deshalb auch sehr nahe gekommen ist - macht sich der Gast aus der Vergangenheit auf, um seine Freundin zu befreien.
Hinter der ganzen Story liegt eine Kritik an der damaligen Gesellschaft (1895) und vor allem der Industrialisierung.
Wells verleiht der Geschichte durch eine Rahmenhandlung bewußt den Anspruch von Faktizität.
Gelesen: Januar 2005
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Odette Ferry "Ein Herz und eine Krone"
Prinzessin Anne ist auf Europa-Reise und macht auch in Rom hat. Irgendwann hat sie die Schnauze voll von dem starren Hofprotokoll und will endlich auch mal was von den Städten sehen, die sie besucht. Das wahre Leben spüren. Also büchst sie auch, um die ewige Stadt per pedes zu erkunden. Abends schläft sie völlig erschöpft bei den antiken Ruinen ein. Dort findet sie der Journalist Joe Bradley, der zu sehr ein Gentleman ist als sie dort ihrem Schicksal zu überlassen. Da die schöne Frau ihm nicht ihre Adresse nennen kann, muss er sie wohl zu sich nach Hause nehmen. Als er am nächsten Morgen mitbekommt, welch blaublütigen Fang er da gemacht hat, plant er eine geheime Exklusivstory über die schöne Prinzessin und spielt für sie den Touristenführer. Bei ihrem Bummel durch die Stadt entwickeln sich dann aber auf beiden Seiten unerwartete Gefühle.
Eine wunderschöne Liebesgeschichte. Der Film gehört zu einem meiner Lieblings-Klassikern, die ich gern an einem Sonntagnachmittag auf der Couch anschaue. Das Buch dazu ist nicht minder romantisch, und ich weiß auch gar nicht, was von beiden zuerst da war.
Gelesen: Juni 2004
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George Eliot "Silas Marner"
Silas Marner ist ein normaler Weber, der im England des 19. Jhd. ein normales Leben lebt. Doch dann wird er fälschlicherweise des Diebstahlts bezichtigt, verliert seine Würde und seine Braut. Gedemütigt und enttäuscht zieht er in das Dorf Raveloe, wo er von Anfang an ein Außenseiter ist. Da er den Menschen fortan nicht mehr vertraut, versteift er sich darauf, nur noch für seine Arbeit zu leben und sein ganzes Geld zu sparen. Viele Jahre später, als er schon einen kleinen Schatz angespart hat, wird ihm sein ganzes Geld gestohlen. Erst als er ein kleines Mädchen, desssen Mutter unweit seiner Hütte vor Kälte erfroren ist, zu sich nimmt und aufzieht lernt er, dass Liebe mehr wert ist als alles Geld der Welt. Bis der leibliche Vater des Mädchens eines Tages auftaucht.
Ich habe das Original gelesen und kam schwer rein. Die Sprache ist nicht einfach, viele Wörter kannte ich nicht. Zudem fand ich die ersten Kapitel nicht wirklich interessant, erst später wurde es spannender.
Für mich war die Moral der Geschichte, dass am Ende jeder das bekommt was er verdient - im positiven sowie im negativen.
Gelesen: Februar 2005
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Virginia Woolf "Mrs Dalloway"
Die Geschichte spielt an einem Tag im Juni im London Anfang der 1920er. An diesem Tag möchte Clarissa Dalloway eine kleine Party ausrichten und beginnt ihn mit den letzten Vorbereitungen, z.B. mit der Besorgung der Blumen am Morgen. Zu Mittag schaut überraschend ihre alte Liebe Peter bei ihr vorbei, gerade frisch von einem längeren Aufenthalt aus Indien zurückgekehrt. Natürlich wandern nach diesen Besuch ihre Gedanken immer wieder in die Vergangenheit, und sie fragt sich ob es richtig war statt Peter ihren jetzigen Mann Richard Dalloway zu heiraten.
Auch viele andere Personen werden während dieses Tages begleitet, und für mich persönlich ist es nicht ganz klar, wieso das Buch "Mrs Dalloway" heißt. Einige andere Personen werden mit genauso viel Text bedacht, wie beispielsweise der suizidgefährdete Warren Smith.
Abends treffen sich dann fast alle im Laufe des Tages vorgestellten Personen bei der Party, und das Buch kommt zu einem Abschluss.
Virginia Woolf war ja bekannt dafür, dass ihr Focus weniger auf der Geschichte, dem plot, sondern mehr auf den Charaktern der Geschichte lag. Sogenannte "stream of consciousness"-Romane schrieb sie, wo sie in einem inneren Monolog die Gedanken und Gefühle der Charaktere offen legte. Mir persönlich liegen ja mehr die Texte, wo auch etwas passiert. Interessant war dieses Buch allemal zu lesen. Vor allem von der stylistischen und technischen Seite her. Denn Woolf verstand es wunderbar, von einer Figur zur nächsten zu wechseln. Der Gedanke einer Person wurde von einer anderen (an einem ganz anderen Ort) weitergeführt beispielsweise. Hervorragende Beispiele, wie man verschiedene Absätze im Text verbindet und zu einer Einheit zusammen fügt. Im Film nennt man sowas "matching cut", interessant zu sehen wie das in der Literatur funktioniert.
Außerdem ist es sicher nicht schlecht, dieses Werk von Woolf zu kennen um dann auch "The Hours" zu verstehen, dass ich noch lesen und schauen will.
Gelesen: Juli 2005
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Anne Frank "Das Tagebuch der Anne Frank"
Ich denke, fast jeder kennt den Namen Anne Frank. Ein jüdisches Mädchen, dessen Familie bei der Regierungsübernahme der Nazis nach Holland emigrierten und dort 1942 auch in den Untergrund gehen musste. Besser gesagt in ein Hinterhaus, denn sie lebten zusammen mit einer weiteren Familie und einem Zahnarzt in der hinteren Hälfte eines Bürohauses. Die gesamte Zeit über schreibt Anne ein Tagebuch über die Geschehnisse dort im Hinterhaus.
Wie eine 13jährige hört sich Anne teilweise wirklich nicht an, zumindest nicht die Art wie sie denkt und schreibt. Sehr reif für ihr Alter. Ich hatte mir auch etwas viel "düsteres" vorgestellt, aber sie schreibt erstaunlich 'normal', will heißen über die Alltagsdinge, ihr Probleme mit den Mitbewohnern, ihre erste Liebe und Kuss und dass sie sich (wie fast jeder Teenager) unverstanden fühlt. Alle solche Dinge eben. Natürlich kommt aber auch das Thema der Judenverfolgung immer wieder vor, aber nicht so stark wie ich erwartet hatte.
Logischerweise kann Anne das Tagebuch nicht weiterführen, als sie im August 1944 schließlich doch von der Polizei entdeckt werden (das Versteck wurde vermutlich verraten) und die Bewohner in verschiedene Konzentrationslager abtransportiert werden, wo bis auf den Vater Otto Frank alle noch vor Kriegsende sterben.
Das Buch gehört ja sozusagen zu den Klassikern, und ich denke , dass man dieses Buch wirklich mal gelesen haben muss. Es ist eine schöne Erfahrung...
Gelesen: September 2004
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Zur Abwechslung hier mal meine Lieblinsgballade aus Schulzeiten. Obwohl ich die von Goethe und Schiller sehr mochte, hat dieses hier wohl doch den größten Eindruck bei mir hinterlassen. Zumindest hat es mich damals sehr berührt.
Falls es Euch zu lang zum lesen ist - was ich ja verstehen kann, aber es lohnt sich wirklich - gibts hier eine kurze Zusammenfassung:
Die 'schuldlose' Pfarrerstochter wird in der Gartenlaube von einem reichen Jüngling verführt und geschwängert. Ihr Vater will daraufhin natürlich nichts mehr mit ihr zu tun haben, auch der Vater des Kindes schlägt ihr die Tür vor der Nase zu. In ihrer Verzweiflung tötet sie das Baby gleich nach der Geburt und fühlt sich danach so schuldig, dass sie selbst den Tod findet und am Grab ihres Kindes für immer herumgeistert.
Gottfried August Bürger
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain
Im Garten des Pfarrers von Taubenhain
Geht's irre bei Nacht in der Laube.
Da flüstert und stöhnt's so änstiglich;
Da rasselt, da flattert und sträubet es sich,
Wie gegen den Falken die Taube.
Es schleicht ein Flämmchen am Unkenteich,
Das flimmert und flammert so traurig.
Da ist ein Plätzchen, da wächst kein Gras;
Das wird vom Tau und vom Regen nicht naß;
Da wehen die Lüftchen so schaurig. -
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain
War schuldlos, wie ein Täubchen.
Das Mädel war jung, war lieblich und fein,
Viel ritten der Freier nach Taubenhain,
Und wünschten Rosetten zum Weibchen. -
Von drüben herüber, von drüben herab,
Dort jenseits des Baches von Hügel,
Blinkt stattlich ein Schloß auf das Dörfchen im Tal,
Die Mauern wie Silber, die Dächer wie Stahl,
Die Fenster wie brennende Spiegel.
Da trieb es der Junker von Falkenstein,
In Hüll' und in Füll' und in Freude.
Dem Jungferchen lacht' in die Augen das Schloß,
Ihm lacht' in daß Herzchen der Junker zu Roß,
Im funkelnden Jägergeschmeide. -
Er schrieb ihr ein Briefchen auf Seidenpapier,
Umrändelt mit goldenen Kanten.
Er schickt' ihr sein Bildnis, so lachend und hold,
Versteckt in ein Herzchen von Perlen und Gold;
Dabei war ein Ring mit Demanten. -
»Laß du sie nur reiten, und fahren und gehn!
Laß du sie sich werben zu Schanden!
Rosettchen, dir ist wohl was bessers beschert.
Ich achte des stattlichsten Ritters dich wert,
Beliehen mit Leuten und Landen.
Ich hab' ein gut Wörtchen zu kosen mit dir;
Das muß ich dir heimlich vertrauen.
D'rauf hätt' ich gern heimlich erwünschten Bescheid.
Lieb Mädel, um Mitternacht bin ich nicht weit;
Sei wacker und laß dir nicht grauen!
Heut Mitternacht horch auf den Wachtelgesang,
Im Weizenfeld' hinter dem Garten.
Ein Nachtigallmännchen wird locken die Braut,
Mit lieblichem tief aufflötenden Laut;
Sei wacker und laß mich nicht warten!«
Er kam in Mantel und Kappe vermummt,
Er kam um die Mitternachtstunde.
Er schlich, umgürtet mit Waffen und Wehr,
So leise so lose, wie Nebel, einher,
Und stillte mit Brocken die Hunde.
Er schlug der Wachtel hellgellenden Schlag,
Im Weizenfeld' hinter dem Garten.
Dann lockte das Nachtigallmänchen die Braut,
Mit lieblichem tief aufflötenden Laut;
Und Röschen, ach! - ließ ihn nicht warten. -
Er wußte sein Wörtchen so traulich und süß
In Ohr und Herz ihr zu girren!
Ach, Liebender Glauben ist willig und zahm!
Er sparte kein Locken, die schüchterne Scham
Zu seinem Gelüste zu kirren.
Er schwur sich bei allem, was heilig und hehr,
Auf ewig zu ihrem Getreuen.
Und als sie sich sträubte, und als er sie zog,
Vermaß er sich teuer, vermaß er sich hoch:
»Lieb Mädel, es soll dich nicht reuen!«
Er zog sie zur Laube, so düster und still,
Von blühenden Bohnen umdüftet.
Da pocht' ihr das Herzchen; da schwoll ihr die Brust;
Da wurde von glühenden Hauche der Lust
Die Unschuld zu Tode vergiftet. - - -
Bald, als auf duftendem Bohnenbeet
Die rötlichen Blumen verblühten,
Da wurde dem Mädel so übel und weh;
Da bleichten die rosichten Wangen zu Schnee;
Die funkelnden Augen verglühten.
Und als die Schote nun allgemach
Sich dehnt' in die Breit' und Länge;
Als Erdbeer' und Kirsche sich rötet' und schwoll;
Da wurde dem Mädel das Brüstchen zu voll,
Das seidene Röckchen zu enge.
Und als die Sichel zu Felde ging,
Hub's an sich zu regen und strecken.
Und als der Herbstwind über die Flur,
Und über die Stoppel des Habers fuhr,
Da konnte sie's nicht mehr verstecken.
Der Vater, ein harter und zorniger Mann,
Schalt laut die arme Rosette:
»Hast du dir erbuhlt für die Wiege das Kind,
So hebe dich mir aus den Augen geschwind
Und schaff' auch den Mann dir ins Bette!«
Er schlang ihr fliegendes Haar um die Faust;
Er hieb sie mit knotigen Riemen.
Er hieb, das schallte so schrecklich und laut!
Er hieb ihr die sammtene Lilienhaut
Voll schwellender blutiger Striemen.
Er stieß sie hinaus in der finstersten Nacht
Bei eisigem Regen und Winden.
Sie klimmt' am dornigen Felsen empor,
Und tappte sich fort, bis an Falkensteins Tor,
Dem Liebsten ihr Leid zu verkünden. -
»O weh mir, daß du mich zur Mutter gemacht,
Bevor du mich machtest zum Weibe!
Sieh her ! Sieh her! Mit Jammer und Hohn
Trag' ich dafür nun den schmerzlichen Lohn,
An meinem zerschlagenen Leibe!«
Sie warf sich ihm bitterlich schluchzend ans Herz;
Sie bat, sie beschwur ihn mit Zähren:
»O mach' es nun gut, was du übel gemacht!
Bist du es, der so mich in Schande gebracht,
So bring' auch mich wieder zu Ehren!« -
»Arm Närrchen«, versetzt' er, »das tut mir ja leid!
Wir wollens am Alten schon rächen.
Erst gib dich zufrieden und harre bei mir,
Ich will dich schon hegen und pflegen allhier.
Dann wollen wir's ferner besprechen.«
»Ach, hier ist kein Säumen, kein Pflegen, noch Ruh'n!
Das bringt mich nicht wieder zu Ehren.
Hast du einst treulich geschworen der Braut,
So laß auch an Gottes Altare nun laut
Vor Priester und Zeugen es hören!«
»Ha, Närrchen, so hab' ich es nimmer gemeint!
Wie kann ich zum Weibe dich nehmen?
Ich bin ja entsprossen aus adligem Blut.
Nur Gleiches zu Gleichem gesellet sich gut;
Sonst müßte mein Stamm sich ja schämen.
Lieb Närrchen, ich halte dir's, wie ich's gemeint:
Mein Liebchen sollst immerdar bleiben.
Und wenn dir mein wackerer Jäger gefällt,
So laß' ich's mir kosten ein gutes Stück Geld.
Dann können wir's ferner noch treiben.«
»Daß Gott dich! du schändlicher, bübischer Mann! -
Daß Gott dich zur Hölle verdamme! -
Entehr' ich als Gattin dein adliges Blut,
Warum denn, o Bösewicht, war ich einst gut,
Für deine unehrliche Flamme? -
So geh dann und nimm dir ein adliges Weib! -
Das Blättchen soll schrecklich sich wenden!
Gott siehet und höret und richtet uns recht.
So müsse dereinst dein niedrigster Knecht
Das adlige Bette dir schänden! -
Dann fühle, Verräter, dann fühle wie's tut,
An Ehr' und an Glück zu verzweifeln!
Dann stoß' an die Mauer die schändliche Stirn,
Und jag' eine Kugel dir fluchend durch's Hirn!
Dann, Teufel, dann fahre zu Teufeln!«
Sie riß sich zusammen, sie raffte sich auf,
Sie rannte verzweifelnd von hinnen,
Mit blutigen Füßen, durch Distel und Dorn,
Durch Moor und Geröhricht, vor Jammer und Zorn
Zerrüttet an allen fünf Sinnen.
»Wohin nun, wohin, o barmherziger Gott,
Wohin nun auf Erden mich wenden?« -
Sie rannte, verzweifelnd an Ehr' und an Glück,
Und kam in den Garten der Heimat zurück,
Ihr klägliches Leben zu enden.
Sie taumelt', an Händen und Füßen verklomt,
Sie kroch zur unseligen Laube;
Und jach durchzuckte sie Weh auf Weh
Auf ärmlichem Lager, bestreuet mit Schnee,
Von Reisicht und rasselndem Laube.
Es wand ihr ein Knäbchen sich weinend vom Schoß,
Bei wildem unsäglichen Schmerze.
Und als das Knäbchen geboren war,
Da riß sie die silberne Nadel vom Haar,
Und stieß sie dem Knaben ins Herze.
Erst, als sie vollendet die blutige Tat,
Mußt' ach! ihr Wahnsinn sich enden.
Kalt wehten Entsetzen und Grausen sie an. -
»O Jesu, mein Heiland was hab' ich getan?«
Sie wand sich das Bast von den Händen.
Sie kratzte mit blutigen Nägeln ein Grab,
Am schilfigen Unkengestade.
»Da ruh du, mein Armes, da ruh nun in Gott,
Geborgen auf immer vor Elend und Spott!« -
Mich hacken die Raben vom Rade!« - -
Das ist das Flämmchen am Unkenteich;
Das flimmert und flammert so traurig.
Das ist das Plätzchen, da wächst kein Gras;
Das wird von Tau und von Regen nicht naß;
Da wehen die Lüftchen so schaurig!
Hoch hinter dem Garten von Rabenstein,
Hoch über dem Steine vom Rade
Blickt, hohl und düster, ein Schädel herab,
Daß ist ihr Schädel, der blicket aufs Grab,
Drei Spannen lang an dem Gestade.
Allnächtlich herunter vom Rabenstein,
Allnächtlich herunter vom Rade
Huscht bleich und wolkicht ein Schattengesicht,
Will löschen das Flämmchen, und kann es doch nicht,
Und wimmert am Unkengestade.
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Oscar Wilde "The picture of Dorian Gray"
Das Buch hatte ich schon eine ganze Weile im Regal zu stehen, aber erst nachdem ich den Film "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" gesehen habe im letzten Herbst, hatte ich Lust, das Buch und die verrückte Geschichte des Hr. Gray zu lesen.
Ich hab es im Original gelesen, wodurch es auch etwas schwerer war, da zu Zeiten Oscar Wildes viele andere Wörter verwendet wurden als in der heutigen Zeit. Aber die Handlung ist dennoch verständlich.
Der Plot: Dorian Gray ist ein sehr junger und vor allem schöner Mann, als er sich porträtieren lässt. Ein Freund, Lord Henry, setzt ihm den Floh ins Ohr, dass seine Schönheit das Wertvollste ist, was Dorian besitzt. Wenn die vergeht, ist er nichts mehr wert. Also wünscht sich Dorian Gray im Geheimen "ach wenn ich doch ewig jung bleiben könnte, und stattdessen das Bild altern würde". Auf wundersame Weise wird dieser Wunsch auch wahr. Schlimmer noch: das Bild altert nicht nur an seiner statt, sondern in ihm sind auch die Greueltaten, die Dorian anderen Menschen antut, sichtbar. Eine junge Schauspielerin in den Selbstmord treiben ist nur die erste dieser Greueltaten. Im Laufe der Zeit wird Dorian immer eitler und eingebildeter, und macht mit den Leuten, die ihm zu Füßen liegen (das sind sowohl Frauen als auch Männer), was er will.
Im Innersten zerbricht er aber bald an seinem Geheimnis, dass er noch nicht einmal seinen besten Freunden offenbart und zum Schluß...
Naja, das müsst ihr schon selbst lesen. Ich fand die Geschichte sehr spannend. Im Mittelteil gibt es aber eine etwas langatmige Passage, wo Wilde beschreibt mit welchen Dingen Dorian sich die Zeit vertreibt (Kunst, Geschichte, edlen Dingen etc.). Ansonsten aber sehr ok. Übrigen soll auch etwas von Oscar Wilde in dem Buch stecken, viele meinen nämlich er würde den Lord Henry verkörpern. Außerdem soll Wilde seine homosexuellen Erfahrungen in diesem Buch verarbeitet haben.
Egal also, aus welchem Blickwinkel man dieses Buch liest, es ist auf alle Fälle ein Klassiker der Weltliteratur und nicht verkehrt.
Gelesen: Oktober 2003
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Louisa May Alcott "Little Women"
Ein Klassiker der amerikanischen Kinderliteratur. Ich hab letztes Jahr mal einen 5-min-Vortrag darüber gemacht und dachte mir, ich kopiere hier mal Auszüge daraus hinein. Vorsicht: ist auf englisch!
Louisa May Alcott was born in Germantown, which is now a part of Philadelphia, in 1832. But soon she moved with her family to the Boston-area, where she and her three sisters Anna, Elizabeth and May grew up. The four girls were educated by their father Bronson Alcott, who was a member of the New England Transcendentalists. Through him Louisa met other Transcendentalists like Theodore Parker, Henry David Thoreau and Ralph Waldo Emerson.
Influenced by these great writers it is not surprising that Lousias greatest passion was writing. She had a rich imagination and often made up stories that she and her sisters act out for their parents or friends. She started her career as a serious author partly because she needed to earn some money to support the family who was not always wealthy. In the beginning, Louisa wrote poetry and short stories, later on the novels.
At the age of 35 her publisher asked her to write a novel for children. That’s how she wrote „Little Women“ where she describes the four March sisters coming of age in New England at the time of the Civil War. The father serves as a preacher in the war, the girls are left alone with their loving mother. The five women live in poverty but try to make the best of it.
The story is very autobiographical. Lousia resembles Jo, who is a tomboy only interested in literature. The eldest sister Anna was the model for Meg, who is pretty and rather vain about that. Elizabeth is portrayed as the gentle Beth, she is the quiet and shy one who enjoys playing the piano. The equivalent of the youngest sister May is Amy, the little girl that often wants to be the center of the attraction. You can see the similarities even in the names: Elizabeth and Beth; May and Amy. „Little Women“ was followed by several other novels about the March family, such as: Good Wives, Little Men and Jo’s Boys.
Schön finde ich an Kinderbüchern ja auch immer, dass sie eine Moral haben. So z.B. hier im zweiten Kapitel, wo die Mädels ihr Weihnachtsfrühstück selbstlos einer hungernden Familie mit vielen Kindern spenden. Sicher hätten sie gern selbst mal wieder ordentlich gefrühstückt, aber den anderen Kindern ging es eben noch viel schlechter als ihnen. Für diese Großzügigkeit werden sie bereits am Abend entlohnt. Der reiche alte Nachbar hat nämlich von ihrer Aktion gehört und den 4 Mädels ein supertolles Abendessen geschenkt, mit Eiscreme und allem drum und dran. Und die Moral von der Geschicht: Wenn du nichts gibts, dann kriegst du auch nichts.
Gelesen: 2002
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Antoine de Saint-Exupery "Der kleine Prinz"
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"
sagt der schlaue Fuchs zum kleinen Prinzen. Ich habe dieses Zitat schon öfter gehört, aber wußte nicht wirklich, wo es herkam. Denn erst jetzt habe ich "Der kleine Prinz" gelesen. Ist einfach ein Klassiker der Weltliteratur, den man gelesen haben MUSS, da es voller Lebensweisheiten steckt, die vor allem die Erwachsenen oft schon vergessen haben.
Ein kleiner Prinz, für den seine Rose das schönste und größte überhaupt ist, verläßt dennoch seinen Planeten um seine Nachbarn zu besuchen. Zum Schluß fällt er auf die Erde - mitten in die Wüste, wo er den Erzähler des Buches kennen lernt. Als der kleine Prinz am Ende wieder zurück zu seinem Planeten will, muss er leider seine schwere körperliche Hülle zurücklassen. Aber seine Seele, die ist immer noch da. Und wenn man hoch zu den Sternen schaut, dann kann man ihn vielleicht sehen.
Schon ganz schön traurig das Ende. Weiß jemand, ob de Exupery da den Tod eines Kindes verarbeitet hat? So ganz grundlos wird er das nicht geschrieben haben, denke ich mir.
Gelesen: Dezember 2003
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Günter de Bruyn "Tristan und Isolde"
Ein Buch in weniger als 24h zu lesen - das habe ich lange nicht mehr geschafft!!!! Dafür hat dieses Buch aber auch nur 112S. Vom Liebespaar "Tristan und Isolde" wird wohl jeder schon mal gehört haben. Aber wer genau sind die beiden??
Im Mittelalter wurden sie von Gottfried von Straßburg besungen, Richard Wagner machte eine Oper draus. de Bruyn erzählte die Geschichte dann im 20. Jh. in epischer Weise und vor allem sehr prägnant und verständlich.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Tristan, Fürst von Parmenien in Frankreich. Meist weilt er aber am Hofe seines Onkels, dem König Marke von Cornwall in England. Für ihn soll er die schöne Isolde von Irland als Braut werben, was ihm durch die Tötung eines Drachens auch gelingt. Während der Rückfahrt nach England trinken beide von einem geheimnissvollen Liebestrank, der eigentlich für Isolde und ihren zukünftigen Mann bestimmt war. Nun aber ist Isolde in Tristan unsterblich verliebt, und er in sie ebenso. Lange Zeit hindurch verstecken sie am Hofe ihre Liebe, treffen sich im Geheimen um ihre Lust zu stillen. Der König wird mißtrauisch, und obwohl sie ihn oft von ihrer "Unschuld" überzeugen können, zieht Tristan eines Tages doch weg vom Hof, um Isoldes und sein Leben zu retten.
Doch vergessen kann er seine Liebste nie. Und als er von einem vergifteten Schwert verwundet wird ist sie die Einzige, die ihm noch helfen kann...
Gelesen: November 2003
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