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Plays

Alan J. Lerner "My Fair Lady"



Wahrscheinlich kennt jeder die Geschichte von Eliza Doolittle, einem armen Blumenmädchen die redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Das fällt auch Phonetik-Professor Higgins auf, der sich auf eine Wette einläßt und verspricht, aus diesem Rohdiamanten eine echte Lady zu machen. Eliza's ersten Durchbruch hat sie mit "Es grünt so grün wenn Spanien's Blüten blühn".

Ich habe "My Fair Lady" als Musicalversion vor etwa 10 Jahren im Metropol-Theater in Berlin gesehen und finde die Story sehr schön. Hier kann man in Drehbuchform die Geschichte nochmal nachlesen, was ich doch sehr unterhaltsam fand. Ist ja doch schon eine Weile her, und das meiste hatte ich schon wieder vergessen. Zudem gibt es im Mittelteil einige Abbildungen von den Musical-Aufführungen in New York und Berlin. Im Film wurde Eliza von der bezaubernden Audrey Hepburn gespielt, am Broadway von Julie Andrews (die ihr Können schon im Musical-Film "Mary Poppins" unter Beweis stellte).
Ich kann allen nur empfehlen, mal eine Aufführung von "My Fair Lady" zu besuchen - egal ob als Musical oder als Theaterstück. Als Notlösung kann man eben dieses kleine Büchlein lesen.

Gelesen: Juni 2005
14.6.05 21:10


Oscar Wilde "The Importance of Being Earnest"


Ernst sein ist alles

Hab den dazugehörigen Film mit Rupert Everett und Colin Firth vor ein paar Wochen gesehen, wußte also schon worum es ging. Und der Film bleibt auch von der Wortwahl ziemlich nah am Original.

Nämlich darum, dass sich ein Mann der sich als Ernest Worthington ausgibt um die Hand einer jungen Dame anhält. Die verspricht auch, ihn zu nehmen, weil sie schon immer jemanden heiraten wollte, der Ernest heißt. Die Mutter der jungen Dame ist weniger erfreut, weil der Schwiegersohn in spe ein Findelkind ist und somit unklar ist, von welchem Stande er abstammt. Aber sie gibt ihm eine Chance, und er hat etwas Zeit, um doch noch Eltern zu präsentieren.
Das ist aber nicht das einzige Problem, denn in Wirklichkeit heißt er ja gar nicht Ernest, sondern Jack. Für weitere Verwicklungen sorgt dann sein bester Freund, der sich plötzlich auch als Ernest ausgibt und um die kleine Cecily wirbt, die 18jährige Ziehtochter von Jack. Der ist gar nicht erfreut, dass sein Freund - als Womanizer bekannt - die Unschuld vom Lande verführen will.
Aber wie soll es in einer viktorianischen Komödie anders sein - am Ende kriegen sie sich doch alle!

Wilde zeigt in dem Stück herlich die Doppelmoral der damaligen 'besseren' Gesellschaft auf. Lieber soll man lügen - auch wenn alle wissen, dass gelogen wird - als die Wahrheit zu sagen. Gutes Ansehen geht über alles! Der Titel ist übrigens auch zweideutig: zum einen 'Wie wichtig es ist, ehrlich/aufrichtig zu sein.' und 'Wie wichtig es ist, Ernst (also Ernest), zu sein.'
Ein schöner Klassiker.

Gelesen: Juni 2004
6.6.05 18:55


Eugene O'Neill "Mourning becomes Electra"



Und gleich noch ein Play, das ich für den Uni-Kurs "American Drama" lesen musste. In Anlehnung an die griechische Mythologie schrieb O'Neill ein Familiendrama, das sich am Ende des Bürgerkriegs in New England zuträgt.

Zuerst wird der heldenhaft heimgekehrte Gatte von seiner ihn-nicht-mehr-liebenden-Ehefrau vergiftet. Die Tochter, die ihre Mutter anscheinend schon immer hasste und ihren Vater vergötterte, überredet daraufhin ihren Bruder den Liebhaber der Mutter zu ermorden. Als dies geschehen ist bringt sich die Mutter vor lauter Gram selbst um...
Damit noch nicht genug kann auch der Bruder seine Mordtat nicht verwinden und vor allem, dass er dadurch seine eigene Mutter - die er sehr liebte - in den Tod trieb. Und so nimmt auch er sich am Ende des Stückes das Leben und die Tochter, die die Elektra aus der griech. Mythologie repräsentiert, bleibt alleine und sehr unglücklich übrig.

Gelesen: April 2004
2.6.05 17:59


Lorraine Hansberry "A raisin in the sun"



Pflichtlesen für die Uni, in dem Fall aber ein recht angenehmes. Es geht in diesem Bühnenstück um eine schwarze Familie, die in den 60er Jahren aus ihrem Black Ghetto in eine - bis dahin - rein weiße Nachbarschaft ziehen will. Diese Nachbarschaft tut alles, um den Umzug der Familie zu verhindern, bietet ihnen sogar mehr Geld für das Haus an, als sie dafür angezahlt haben. Werden sie dieses Angebot annehmen??
Nebenbei geht es noch um die Tochter, die auf der Suche nach ihren Wurzeln ist und um den erwachsenen Sohn, der seine Lektion in "Business & Vertrauen" lernen muss.

Wir haben in der Uni den ersten Teil der Verfilmung geschaut, die überraschend witzig war. Mußte an vielen Stellen schmunzeln, die mich später beim Lesen des Stückes nicht zum lächeln anregten. Oft liegt die Faszination eines Stückes also nicht nur am Text sondern vor allem auch an der Interpretation und Umsetzung.

Nichtsdestotrotz eine interessante Sozialstudie, rückblickend betrachtet. Und eben dieses Thema kommt auch in 'Middlesex' vor, das Buch das ich gerade lese. In Detroit führen Schwarze, die in weiße Gegenden ziehen, 1967 zu kriegsähnlichen Krawallen. Und auch anderen Ausländern - Italienern, Griechen, Portugiesen - werden nur minderwertige Häuser angeboten. Keine Chance für diese Familien, in gut situierte Neighborhoods umzuziehen...

Gelesen: Mai 2004
2.6.05 17:58





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