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Drama
Carlos Ruiz Zafón "Der Schatten des Windes"

Eines mal voraus: der Klappentext des Buches ist etwas misleading. Dort steht, dass Daniel immer tiefer in die faszinierende Handlung des Romans eintaucht, das er als 10-Jähriger vom "Friedhof der vergessenen Bücher" gerettet hat. Insofern hört es sich ein bißchen wie "Lost in a good book" von Jasper Fforder an. Dem ist aber nicht so.
Daniel ist zwar fasziniert von seinem neuen Lieblingsbuch, aber viel mehr ist er auf der Suche nach dem Autor, der auf mysteriöse Weise von der Bildfläche verschwunden ist und von dem es kaum irgendwo Bücher aufzutreiben gibt. Und so macht sich Daniel auf eine mehrere Jahre dauernde Suche nach diesen Julián Carax und trifft dabei auf verschiedene Menschen aus Juliáns Vergangenheit die ihm alle ein Puzzlestück der Geschichte liefern. Bald muss Daniel allerdings feststellen, dass außer ihm auch ein gefährlich ausschauender Polizei-Inspektor auf der Jagd nach Carax ist, und so wird auch die Luft für Daniel immer dünner. Und so ganz nebenbei entstehen in Daniel's Privatleben immer mehr Parallelen zu Carax' Leben. Und das Buch entwickelt sich zu einem spannenden Krimi, das immer wieder neue Überraschungen und Verwicklungen bereit hält.
Ich konnte das Buch leider nicht in einem Rutsch durchlesen, dazu hat es doch zu viele Seiten und mir fallen abends schon immer die Augen zu. Aber spätestens ab der Hälfte des Buches wird es unglaublich spannend und man will unbedingt wissen wie das Ganze nun ausgeht bzw aufgelöst wird. Deshalb hab ich in den letzten beiden Tagen insgesamt dann auch die letzten 300 Seiten des gut 560 dicken Wälzers gelesen. Und war mit dem Ende dann doch sehr zufrieden.
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Ruth Picardie "Es wird mir fehlen, das Leben"
Die Journalistin Ruth Picardie fällt aus alle Wolken als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wird. Ihre Krankheit schreitet rapide schnell voran. Schon bald hat sie nicht mehr die Kraft, ihr normales Leben fortzuführen, ihre vielen Freunde zu treffen. Stattdessen behilft sie sich mit E-Mails, um mit der Außenwelt noch einigermaßen in Kontakt zu bleiben.
Einige von diesen E-Mails sind in diesem Buch abgedruckt, veranschaulichen die letzten Monate von Ruth. Leider erlebt Ruth den ersten Jahrestag ihrer Diagnose nicht mehr.
Für ihre Verwandten ist es eher eine Erlösung, da Ruth zum Schluß nicht mehr dieselbe war wie vor ihrer Krankheit und sie auch nicht wollten, dass sie leidet.
Für Ruth war es am schlimmsten, ihre Zwillinge nicht aufwachsen zu sehen und nicht zu wissen, ob Schwester Hathaway und Doktor Ross letztendlich doch glücklich werden.
Ein sehr berührendes Buch, ohne kitschig zu sein. Ganz im Gegenteil, Ruth schreibt über ihre Krankheit und ihre Begleiterscheinungen eher zynisch als mitleidsheischend. Und es wird einem einmal mehr bewußt, dass Krebs jeden treffen kann, überraschend und unerwartet.
Gelesen: September 2005
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Jane Smiley "Tausend Morgen"
Um die Erbschaftssteuer zu umgehen, schenkt der geizige Farmer Laurence Cook sein Land - Tausend Morgen groß - seinen drei Töchtern bereits vor seinem Tod. Die jüngste ist nicht wirklich an dem Land interessiert, sie macht als Anwältin in der Stadt Karriere. Die beiden älteren Töchter Ginny und Rose bewirtschaften das Land zusammen mit ihren Ehemännern, und wollen nun über 'ihr' Land auch selbst bestimmen. Doch der Vater will sich die Funktion des Oberhäuptlings nicht so leicht nehmen lassen und braust auf. Mit Hilfe der jünsten Tochter strengt er einen Prozess gegen die anderen zwei an, um sein Land zurück zu bekommen. Dieser Zwist zerstört die gesamte Familie.
Die Geschichte wird aus der Sicht der ältesten Schwester erzählt. Seit langem verheiratet beginnt sie aus heiterem Himmel eine Affäre mit einem Nachbarn und sieht schon eine neue Zukunft vor sich. Doch dann wendet sich der Nachbar lieber der anderen Schwester zu, die Eifersucht entzweit die sich einst liebenden Schwestern. Zeitgleich erinnert sich beide an Dinge, die sie lange Zeit verdrängt hatten: was ihr Vater ihnen in ihrer Jugend angetan hat. Nachdem die Mutter früh verstorben ist, holte sich der Vater die Streicheleinheiten und mehr in ihren Betten. Aber dieser Aspekt des Vergewaltigung/Inzest ist nur ein Bruchteil der Geschichte, die sehr vielschichtig ist.
Gut gefallen hat mir, dass einzelne Charaktere nicht einfach nur schwarz/weiß waren, sondern mitunter sehr vielseitig. Dennoch fand ich das Buch nur mäßig gut. Die ersten 200 Seiten sind ziemlich mühsam, etwas zu langatmig. Die letzten 100 Seiten waren für mich am spannendsten, da ist dann wirklich allerhand passiert.
Gelesen: Juni 2005
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Anna Quindlen "Familiensache"
Kate und Ellen Gulden hatten nie eine besonders enge Beziehung zueinander. Wie viele Töchter war Ellen eher 'Papa's Mädel' und immer darauf bedacht, ihm zu gefallen. Kate hingegen war einfach die liebevolle Hausfrau und Mutter, die immer da war und alles ungefragt erledigte; die aber nie aus ihrem Schatten heraus trat.
Nachdem Ellen ihr College beendet hat und gerade einen guten Job bei einer Zeitschrift gefunden hat, bekommt ihre Mutter eine schreckliche Diagnose: sie hat Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Und benötigt die Hilfe ihrer Tochter, so jedenfalls will es der Vater. Ellen ist gar nicht begeistert davon, ihr Leben in New York aufzugeben, um ihre kranke Mutter zu pflegen. Aber sie macht es dennoch, denn eines ist sie nicht: herzlos.
Während der nächsten Wochen und Monate pflegt sie also ihre Mutter, und lernt sie dabei besser kennen als in ihren 24 Jahren zuvor. Gerade mal ein halbes Jahr nach der Diagnose stirbt Kate, für sie ist es zu dem Zeitpunkt eine Erlösung von ihren mittlerweile unerträglichen Schmerzen.
Bei der Obduktion wird festgestellt, dass Kate an einer Überdosis Morphium starb. Da Ellen sich rund um die Uhr um sie kümmerte, wird sie dann unter Mordverdacht verhaftet. Wollte sie ihre Mutter von ihren Schmerzen befreien und leistete unerlaubte Sterbehilfe?
Dieses Buch brachte mich stellenweise sehr zum Nachdenken. Nicht wegen der Krankheit, sondern weil ich mich oft fragen musste, ob ich meiner Mutter oft genug zeige dass ich sie lieb habe und dankbar bin, dass sie mich so gut aufgezogen hat und ich eine behütete Kindheit hatte. Macht man viel zu selten, und ich bin auch keine Person, die ihre Gefühle immer so direkt ausdrückt. Aber man kann es sich ja mal vornehmen.
Gelesen: Oktober 2005
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Thomas Glavinic "Der Kameramörder"
Ein Ich-Erzähler berichtet sehr detailliert über ein Osterwochenende in der Weststeiermark, und was er dort so alles getan und erlebt hat. Und zwar wirklich detailliert, er beschreibt ganz genau was er gegessen, was wer wann gesagt hat, wann er aufs Klo ging.... Da das Buch den Anschein eines "Tatsachenromans" erwecken will, und der Ich-Erzähler demnach kein professioneller Autor sondern ein ganz normaler Mann sein soll, ist der Stil anfangs auch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind eher kurz und abgehakt.
Bestimmendes Ereignis an diesem Osterwochenende ist ein Mord an 2 Kindern. Vor allem die Art und Weise des Mordes ist sehr ungewöhnlich: während der Täter alles mit einer Videokamera filmte, machte er die Kinder mit psychologischer Raffinesse mürbe und zwang sie, sich selbst umzubringen. Die Medien berichten non-stop über das Großereignis und wollen dann auch das ihnen zugespielte Mord-Video ausstrahlen.
Überraschend ist dann vor allem das Ende. Für mich ist es nicht ganz klar, was das zu heißen hat. Heißt das, diese Person ist wirklich der Kameramörder oder aber hat sich diese Person durch die permanenten Medienberichte so mit dem Fall identifiziert, dass die Person mittlerweile selbst glaubt, der Kameramörder zu sein?
Gelesen: Oktober 2005
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J.M. Coetzee "Mr. Cruso, Mrs. Barton und Mr. Foe"
In dieser Geschichte erzählt der südafrikanische Schriftsteller Coetzee die 'Vorgeschichte', wie es zum Roman "Robinso Crusoe" von Danie Defoe kam. Ihm zufolge war außer Cruso und Freitag auch noch eine Frau auf der Insel, ebenfalls schiffbrüchtig. Diese Frau ist auch die einzige, die nach der Rückkehr nach England vom Inselleben berichten kann, da Cruso auf der Schiffsreise zurück verstarb und Freitag die Zunge herausgeschnitten wurde als er ein kleiner Sklavenjunge war. Mrs. Barton will ihre Geschichte vom Schriftsteller Mr. Foe aufschreiben lassen und damit berühmt werden. Nur leider ist ihre Story überhaupt nicht aufregend. Es gibt weder Menschenfresser, noch hat Cruso irgendwelche Waffen oder Werkzeuge vom Wrack retten können und demzufolge auch keine Festung bauen, Landwirtschaft betreiben und Tiere erjagen können. Das 'wirkliche' Leben war Barton zufolge schrecklich langweilig, und Fisch die einzige Nahrung.
Mr. Foe gefällt die Geschichte so wie sie ihm erzählt wird nicht so recht, das Abenteuer fehlt seiner Meinung nach. Und wir alle (oder zumindest die, die "Robinson Crusoe" gelesen haben) wissen ja, was er aus der Rohform gemacht hat. Sogar die Frau auf der Insel gänzlich rausgeschrieben.
Die Plotline hört sich eigentlich ganz interessant hat. Den ersten Teil der Geschichte auf der Insel fand ich noch ganz interessant, danach (als Susan Barton und Freitag zurück in England sind) wurde die Geschichte für mich immer langweilige und teilweise auch obstruser. Den Schluß habe ich gar nicht verstanden, erst nachdem ich die Bedeutung woanders nachgelesen habe. Ich hab dieses Buch für eine Literatur-Vorlesung gelesen, und bin froh dass wir in der Vorlesung drüber gesprochen haben so dass es ich wenigstens ein bißchen mehr verstanden habe.
Gelesen: Juni 2005
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Giovanni Arpino "Der Duft der Frauen"
Obwohl Al Pacino auf dem Cover des Buches ist, hat es mit dem gleichnamigen Film außer der Grundidee nichts gemeinsam. Dafür aber mit dem Original dieses Films, der italienischen Produktion "Profumo di donna" von 1974. Diese Geschichten stimmen überein.
Im Buch begibt sich der blinde, 39jährige Fausto zusammen mit dem jungen Ciccio - der als sein Helfer und Assistent engagiert wurde - auf eine kleine Urlaubsreise durch Italien. Von Turin geht es über Genua, Rom schließlich nach Neapel. Auf dieser Reise lernt Ciccio seinen neuen Boss immer besser kennen, erkennt dass dieser herrische, sture und zynische Mann anscheinend seinen Lebenswillen aufgegeben hat und sich nur noch dem Alkohol und den Frauen hingibt. In Neapel kommt es dann zu einem tragischen Zwischenfall.
Gelesen: Juni 2005
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Arthur Laurents "The Way We Were"
Katie Morosky und Hubbell Gardiner besuchen am College gemeinsam den "Creative Writing"-Kurs. Ansonsten haben sie aber recht wenig gemeinsam. Sie ist Jüdin, Präsidentin der kommunistischen Liga am Campus und eine politische Aktivistin. Engagiert versucht sie gegen den in Europa laufenden 2. Weltkrieg zu protestieren.
Hubbell hat für ihre Bemühungen nur ein müdes Lächeln übrig. Er ist Sohn aus gutem Hause und ein typischer WASP.
Einige Jahre später, 1944, treffen sie sich zufällig wieder. Und verlieben sich überraschenderweise ineinander. Nach dem Kriegsende heiraten die beiden und ziehen nach Hollywood, wo Hubbell als Drehbuchautor arbeitet während Katie zu der Art Frau wird, die sie nie sein wollte: sie spielt Tennis, geht auf Hollywood-Parties und vernachlässigt ihr politisches Engagement völlig. Doch dann beginnt die Hexenjagd auf Kommunisten während der McCarthy-Ära.
Am Anfang erinnerte mich das Buch teilweise an "Love Story". Hubbell und Oliver kommen aus denselben Familienverhältnissen, Katie und Jenny sind beide Mädchen die eigentlich nicht ihr Stil sind. Erstes Treffen im College, und allen Hindernissen zum Trotz wird dann doch die große Liebe draus - obwohl sie in einigen Themen unterschiedlicher Meinung sind
Das Buch ist teilweise eine großartige Liebesgeschichte, der andere Teil ist über die U.S.-Politik während und nach dem 2. Weltkrieg.
Obwohl das Buch in den 30er/40ern spielt und 1972 geschrieben wurde, hört es sich überhaupt nicht altmodisch an und liest sich sehr gut.
Den Film mit Barbra Streisand und Robert Redford habe ich noch nicht gesehen, aber ich würde ihn mir jetzt sehr gern anschauen. Habe auch schon gelesen, dass er etwas weiter geht als das Buch, hat somit wahrscheinlich auch ein etwas anderes Ende.
PS: Das Cover hier ist das von der DVD, mein Buch hat aber auch Streisand + Redford auf der Titelseite.
Gelesen: Juni 2005
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Timothy Harris
"American Gigolo - Ein Mann für gewisse Stunden"
Julian Cole ist zwar erst 25, aber schon gut im Geschäft. Als Edel-Callboy verdient er sich eine goldene Nase im sonnigen Kalifornien. Doch dann geht auf einmal alles schief: eine der Frauen, die er erst kürzlich beglückt hat, stirbt einen zu frühen Tod und die Polizei hält Julian für den Hauptverdächtigen. Besonders nachdem sie einige Beweismittel bei ihm finden. Schnell ist Julian klar, dass ihm jemand unbedingt die Schuld in die Schuhe schieben will. Die Frau, mit der er in der fraglichen Nacht wirklich zusammen gewesen ist, bestätigt sein Alibi nicht. Auch seine Zuhälterin läßt ihn hängen. Und dann passiert etwas, dass Julian sein ganzes Leben lang noch nicht passiert ist: er verliebt sich. Und ausgerechnet in die Frau des einflußreichen Senators.
Retrospektiv aus der Perspektive des Protagonisten geschrieben. Relativ kurze, spannende Geschichte, die zudem auch ganz gut geschrieben ist. Für mich war nur nicht ganz nachvollziehbar, wie schnell sich Julian und Michelle so stark ineinander verliebt hatten, dass sie für ihn alles aufgeben würde.
Buch zum Film mit Richard Gere.
Gelesen: Juni 2005
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B.B. Hiller "Karate Kid III - Die letzte Entscheidung"
Daniel LaRusso ist gerade mit seinem väterlichen Freund und Karatelehrer Mr. Miyagi aus dessen Heimat Japan zurück gekehrt. Gemeinsam wollen sie nun einen Bonsai-Laden eröffnen. Doch kurz vor der Eröffnung wird der liebevoll eingerichtete Laden von zwei widerlichen Kerlen verwüstet, die Daniel unbedingt dazu bringen wollen an der All Valley Karatemeisterschaft teilzunehmen - damit sie dem amtierenden Champion den Titel abjagen können. Nachdem Daniel mehrfach bedrängt wurde, gibt er schließlich nach und meldet sich für die Meisterschaft an. Allerdings kann er beim Training nicht mit der Unterstützung von Mr. Miyagi rechnen, der der Auffassung ist dass man Karate nur zur Verteidigung von Ehre und Leben anzuwenden ist, nicht um irgendwelche Trophäen zu gewinnen. Also wendet sich Daniel in seiner Not an Terry Silver, Karatemeister der "harten" Schule.
Auf 156 Seiten erzählt dieses Buch die Geschichte zum gleichnamigen Film mit Ralph Macchio und Pat Morita. Keine ausschweifenden Beschreibungen, sondern eher Konzentration auf das Wesentliche. Vielleicht ist dadurch die Moral der Geschichte noch einfacher erkennbar.
Gelesen: Juni 2005
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Janet Fitch "White Oleander"
Astrid lebt zusammen mit ihrer Mutter Ingrid, einer Dichterin, in Los Angeles. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt, wünscht sich aber sehr eine männliche Bezugsperson in ihrem Leben und ist deshalb froh, als ihre Mutter zarte Bande mit Barry knüpft., welcher Ingrid aber nach einer kurzen Romanze wieder fallen läßt. Die Verschmähte läßt sich das nicht gefallen und vergiftet den Ex-Lover mit weißem Oleander.
Ingrid kommt daraufhin in den Knast, Astrid zu verschiedenen Pflegeeltern. Die erste Station ist in einem umgebauten Wohnwagen bei Starr und ihrem Liebhaber Ray, für den Astrid bald mehr als nur 'Tochtergefühle' empfindet. Als Starr dies spitz krieg, schießt sie in ihrer Wut auf Astrid.
Diese kommt erst ins Krankenhaus, später zu neuen Pflegeeltern - und vom Regen in die Traufe.
Ich möchte nicht allzuviel vorweg nehmen für diejenigen, die das Buch noch lesen möchten. Nur soviel sei gesagt: auch dies ist nicht die letzte Station in Astrid's Odyssee.
Ich fand das Buch war sehr gut und interessant geschrieben. Es war nur leider immer schade von Astrid's Leben zu lesen, in dem es nach der Inhaftierung der Mutter nicht mehr viele gute Dinge gab. Und falls doch, so wurde ihr dieses Gute alsbald wieder weggenommen auf die eine oder andere Weise. Sehr traurig. Da bin ich umso froher, dass ich eine glückliche Kindheit hatte und liebevolle Eltern, die auch heute noch immer für mich da sind.
Die Vorstellung, dass viele Kinder eine Kindheit ähnlich der von Astrid haben, kann einen depressiv machen. Schlimmer noch dass es viele Kinder gibt, denen es noch schlechter geht als ihr. Kinder, die kein zu Hause haben, kein eigenes Bett, nichts zu essen.
Ich war froh das das Buch einigermaßen positiv endete und Astrid schließlich doch eine Hoffnung für ihre Zukunft sieht.
Gelesen: Juni 2005
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Wolfgang Menge "Ein Herz und eine Seele: Rosenmontagszug / Besuch aus der Ostzone"
In diesem Buch sind die Drehbücher zu zwei Folgen der bekannten Fernsehserie "Ein Herz und eine Serie" aus den 70er Jahren um Familiendespot Alfred Tetzlaff enthalten.
1. Rosenmontagsumzug
Die Tetzlaffs sind am Rosenmontag bei Alfreds Freund Koslowski eingeladen. Alfred, der aus Berlin stammt und nicht viel mit dem Kölner Karneval anfangen kann, geht als Napoleon. Auch Michael hat Anfangs nicht viel Freude an diesem 'Feiertag'. Das ändert sich schnell als die Party erstmal in Gang kommt. Im Laufe der Feier entwickeln sich einige Partner-Tausch-Spielchen.
2. Besuch aus der Ostzone
Familie Graf, die Eltern von Schwiegersohn Michael, haben sich zu Besuch angesagt. Da wird sogar das Mittagsessen zur politischen Entscheidung. Das erste Treffen dann verläuft erstaunlich gut, die beiden Väter sind in der Kneipe "Ein Herz und eine Seele". Doch als sich der Gast den Stammplatz des Gastgebers am Küchentisch einnimmt, ist für Alfred der Spaß vorbei.
Man muss schon die Fernsehserie kennen, um auch Freude an diesen Drehbüchern haben. Denn gerade hier kommt es stark auf die Intonation an, darauf wie etwas gesagt wird. Ich habe die Folgen bereits mehrmals gesehen, und beim Lesen kamen die Erinnerungen daran wieder hervor und man konnte die Personen vor dem inneren Auge wirklich sehen.
Gelesen: Juni 2005
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Chuck Barris "Geständnisse - Confessions of a dangerous mind"
Das hier soll eine Autobiographie des erfolgreichen Showmasters Chuck Barris sein, der nebenbei ein Doppelleben als CIA-Auftragskiller führte. Seine Erfolge beim Fernsehen entsprechen - meines Wissens - der Wahrheit. So hat er z.B. "Herzblatt" erfunden, hieß bei ihm "The Dating Game". Auch andere Familienshows, die so ähnlich dann im deutschen Fernsehen liefen, stammen aus seiner Feder.
In wie weit aber seine CIA-Erlebnisse der Wahrheit entsprechen entzieht sich meiner Kenntnis. Ich gebe nur mal zu bedenken: wenn er wirklich ein Geheimagent beim CIA gewesen wäre, dann dürfte er jetzt sicher nicht so einfach drüber schreiben. Und das mit Rudi Dutschke - da war für mich die Glaubwürdigkeit dann doch entgültig hin.
Dem Lesevergnügen tut das aber keinen Abbruch. Am Ende wurde das Buch sogar noch ein bißchen spannend, als er denjenigen ausschalten soll, der ihn die ganze Zeit selbst versucht hat zu töten.
Bin auf alle Fälle neugierig auf den gleichnamigen Film geworden, von und mit George Clooney (der aber leider nicht die Hauptrolle spielt).
Gelesen: Mai 2005
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Patricia Highsmith "Der süße Wahn"
Ich hab ja mittlerweile ein halbes Regalbrett voll mit Highsmith-Büchern. Angefangen hat es mit der Ripley-Reihe (ich fand den Film Klasse, da kann das Buch ja gar nicht schlecht sein), und dann hab ich auf Flohmärkten immer mehr von ihr gekauft, ihre Bücher sind mittlerweile ja zu beliebten Flohmarkt-Artikeln geworden.
Leider kam ich vor lauter Kaufen nie zum Lesen. Aber nun musste es endlich mal sein!! Fast 20 Bücher von ihr, und noch keines gelesen - das geht nun wirklich nicht.
In "Der süße Wahn" geht es um die wahnsinnige Obzession eines Mannes (David) zu seiner Ex-Freundin (Annabelle). Kurz nachdem sie sich kennenlernten ging er fort, um Geld zu verdienen und eine Familie mit ihr zu gründen. Blöderweise hat sie nicht auf ihn gewartet, sondern geheiratet. Er kann sich damit aber nicht abfinden, glaubt sie will eh zu ihm zurückkommen - ihr Mann läßt sie nur nicht. Er hat auch ein kleines Häuschen für sie beide eingerichtet und tut die ganze Zeit so, sie wäre bei ihm (z.B. schenkt er zwei Drinks ein, redet mit ihr...)
Ein bißchen kann ich ja David verstehen, wenn er seinen Schmerz lindern will indem er sich selbst vorgaukelt dass alles in Ordnung ist. Kenn ich selbst vom frischen Liebeskummer, wenn man in Gedanken in einer anderen "heilen" Welt ist. Mit dem Unterschied dass sowas bei mir nur 2 Minuten und keine 2 Jahre gedauert hat. Auf die Dauer kann so ein Leben ja nicht gut gehen und hält David eigentlich nur davon ab, sich selbst weiterzuentwickeln. Über die Trennung hinweg zu kommen
Zum anderen kann ich diese Annabelle nicht ganz verstehen. Gut, sie kannte David auch erst wenige Wochen als er dann wegen seinem neuen Job umgezogen ist. Aber diesen Gerald nach 1 Monat zu heiraten?? Obwohl sie ihn gar nicht liebt und er anscheinend der volle Langweiler ist?? Sie gibt dies ja in einem Brief selbst zu - und bleibt dennoch bei ihm. Das ist mir völlig unverständlich, aber vielleicht war das damals Ende der 50er Jahre noch so. Einmal verheiratet trennt man sich nicht so schnell, und schon gar nicht wenn es die Frau ist, die die Scheidung will.
David schreibt seiner Annabelle dann vermehrt Briefe, und glaubt immer "wenn sie den erst liest, wird sie schon zu mir zurück kommen". Diese Vorstellung, dass man durch einen Brief alles wieder gerade rücken kann, hatte ich auch mal. Und es geht einem meist auch echt besser, wenn man dann so einen "entscheidenen" Brief geschrieben hat. Nur, an der Situation an sich ändert sich selten was. Wenn man jemanden nicht mit persönlich (Telefon, Face-to-Face) "überreden" konnte, dann kann man das auch nicht mit einem Brief. Zumindest ich habe das einsehen müssen.
Irgendwie sympathisiert man mit David, obwohl er nicht wirklich der "liebe Bub" ist - er "belästigt" schließlich jemanden permanent. Wahrscheinlich ist es auch genau das, was Annabelle nach dem Tod ihres Mannes dann davon abgehalten hat, vielleicht doch zu David zu gehen. Denn die Briefe zuvor hörten sich ja durchaus noch liebevoll an. Damals hatte er aber in 2 Jahren auch nur 4 Briefe geschrieben. Plötzlich aber hat er sich verstärkt in ihr Leben eingemischt, laufend angerufen, kam vorbeigefahren, schrieb dauernd Briefe. Kein Wunder, dass sie da kein Interesse mehr hatte. Das was leicht zu kriegen ist will man meist nicht mehr. Und ich glaube er hat ihr durch das "Stalking" auch etwas Angst gemacht. Das Ende war dann natürlich nicht "Happy", für David vielleicht aber auch die beste Lösung. So oder so hätte er kein glückliches Leben mehr gehabt.
Ich habe übrigens auch einige Parallelen zum talentierten Mr. Ripley entdeckt: Vertuschung eines Mordes, Annahme einer anderen Identität, ein junges Mädel weiß zuviel...
Der Roman soll ja autobiografische Züge haben. Highsmith selbst war wohl lesbisch und lange Zeit unglücklich in ein Mädchen verliebt, die sie wohl auch versucht hat (zurück?) zu erobern.
Gelesen: März 2004
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Joanne Harris "Chocolat"
Es ist wirklich der absolut perfekte Roman für die Vorweihnachtszeit - obwohl er gar nicht in dieser Zeit spielt.
Er spielt nämlich zur Fastenzeit, also von Februar bis April. Vianne kommt mit ihrer Tochter Anouk in ein kleines französisches Städtchen um dort eine Patesserie zu eröffnen. Ihre besondere Gabe: sie kann sofort erkennen, was die Lieblings-Schoko-Sorte ihrer Kunden ist. Eine zweite, nicht minder wertvolle Gabe: sie weiß, mit welchen Pralinen die Libido des Mannes angekurbelt werden kann.
Diese 2 Talente helfen ihr, um Kundschaft in ihr Geschäft zu kriegen. Nebenbei entwickelt sie sich auch zur "guten Seele" des Dorfes, führt Menschen zusammen und trennt auch welche, da wo es nötig ist.
Alles könnte also so schön sein, wenn da nicht der Priester wäre. Der sieht Vianne's Schokoladengeschäft als einen Affront gegen die Kirche und die vorgeschriebene Fastenzeit an. Mit allen Mitteln versucht er, sie aus der Stadt zu treiben.
Warnung: man bekommt unweigerlich Appetit auf Pralinen, wenn man dieses Buch liest!!!
Gelesen: Weihnachten 2001
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